Evangelisch-lutherische Kreuzkirchengemeinde Marcardsmoor
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Betrachtung / Anstoß

Schon die Koffer gepackt?

 

Zeiten des Aufbruchs. Viele brechen in den Sommerferien zu einer Reise auf. Egal wie weit: Wenn wir unterwegs sind, dann meistens mit gepackten Taschen, Koffern und Rucksäcken. Es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, was in den Koffer soll und was nicht. Brauche ich wirklich ein Paar Ersatzsocken? Sollte ich noch einen Pulli einpacken, falls es kalt wird? Außerdem sollte noch Platz für Souvenirs im Koffer sein. Außerdem sollte man seinen Koffer oder Rucksack noch selber tragen können. Doch egal wie viele Tipps man beherzigt, meistens packt man doch zu viel ein.

 

Wenn ein Koffer zu schwer ist, dann ist das nicht gut für den Koffer und vor allem für den Rücken. Gut, wenn ein anderer noch einmal über den gepackten Koffer sieht. Wenn man zu zweit den Inhalt betrachtet, dann gibt es auch mal kritische Stimmen. Und es wird unterschieden zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen. Und dann, wenn alle unwichtigen und unnötigen Sachen aus dem Koffer raus sind, kann man den Koffer zu zweit tragen.

 

Das Leben ist manchmal auch wie ein Koffer. Im Laufe des Lebens packen wir alle Sachen in den Koffer, die wir erleben oder denen wir begegnen. Was begleitet uns in unserem Leben? Was ist in unserem Lebenskoffer? Es begleiten uns verschiedene Menschen, Ereignisse und Dinge. Unsere Familie, Freunde, Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Schule, Dinge die wir geschenkt bekommen haben, Dinge mit denen wir Zeit verbringen. Was macht mein Leben aus? Womit fülle ich mein Leben, meine freie Zeit?

 

Jeder Aufbruch in einem Gottesdienst geschieht unter dem Segenszuspruch Gottes. "Der Herr segne dich und behüte dich". Der Zuspruch kommt direkt aus der Bibel. Als der Bibeltext geschrieben worden ist, sind viele Menschen aus der Sklaverei in Ägypten geflohen. Sie sind zusammen mit Mose geflohen. Für sie gab es nun kein zurück mehr. Ihr Aufbruch war endgültig, das Unterwegssein war keine Ausnahme, sondern fortan ein Teil ihres Lebens. Sie hatten nur sich. Nur sich und Gott. Gott war ihr Begleiter, Wegweiser und Beistand. Und Gott gab ihnen Mose und seinen Bruder Aaron. Sie haben sie nach Gottes Worten geleitet. Gott spricht ihnen als Vergewisserung seinen Segen zu – einzelnen Menschen, Gruppen und Gemeinden. Er gibt seinen Segen erst an Mose weiter und dann den Auftrag, auch das Volk mit diesen Worten zu segnen. Die Kraft von Gott ermutigte das Volk Israel, den begonnenen Weg fortzusetzen und führte sie schließlich in das verheißene Land.

 

„Einpacken“ wie Zahnbürste und Handtuch können wir die Gnade und den Segen Gottes nicht. Aber wir können uns sicher sein, dass die Worte lebendig werden und sichtbar in unserem Leben. Denn Gottes Segen ist Fülle, aus der wir leben und die weiter wirken will, in jedem Menschen, an jedem Ort.

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